Jakober Kirchweih
Geschichte: Die Jakober Vorstadt war lange Zeit ein Sammelort für Jakobuspilger aus dem süddeutschen Raum und für Pilger aus dem Osten, die an der Donau flussaufwärts gepilgert waren.
Seit über tausend Jahren wird die Jakober Kirchweih in Augsburg gefeiert und stellt somit das älteste Augsburger Volksfest dar. Bäcker, Bierbrauer, Gaukler und fahrendes Volk werden dabei geschichtlich erwähnt. Der Jakobustag wird jeweils am 25.Juli begangen. Als der Bayernherzog Welf IV. Augsburg im Jahr 1080 überfiel, verbrannte er die Vorstadt mit der Jakobskirche, wie berichtet wird. Interessant ist die Feststellung, dass sich in der Jakober Vorstadt viele Notare ansiedelten. Die Pilger haben hier wohl ihr Testament gemacht, war doch bekannt, dass ein Drittel von ihnen nicht mehr zurückkehren wird.
Als 1860 alle Kirchweihfeste in Bayern auf den 3. Oktobersonntag zusammengelegt wurden, blieb die Jakober Kirchweih als Ausnahme am 25.7. bestehen. Die Jakober Kirchweihfesttradition wurde nur während der Kriegsjahre unterbrochen und 1921 bzw. 1949 wieder aufgenommen. Nachdem im Februar 1944 fast alle Gaststätten in der Jakober Vorstadt zerstört wurden, wird 1949 erstmals ein Bierzelt zur Festwoche errichtet bei der „Augusta Bräu“.
Um die Beziehungen zur Pilgertradition wieder deutlich zu machen, wird seit 1969 im Festzelt der Augusta Brauerei ein katholischer Gottesdienst gefeiert und seit 1991 werden abends ökumenische Andachten in evangelisch St. Jakob gehalten mit anschließendem geistlichen und kulturellen Programm. Am 2. Sonntag der Festwoche wird der evangelische Zeltgottesdienst gefeiert. Seit 1997 pilgern Christen ökumenisch am 2. Samstag der Festwoche von der Jakober Kirchweih nach St. Jakob in Hinterschellenbach bei Ziemetshausen.
Ablauf: Die Festwoche beginnt am Freitag vor dem Jakobustag um 18.00 Uhr mit einem Ökumenischen Gottesdienst auf dem Jakobsplatz. Fällt der Jakobustag auf einen Samstag, so beginnt die Festwoche 8 Tage zuvor. Die Festwoche erstreckt sich über 10 Tage.
Am 1. Samstag pilgern Interessierte sternförmig von St. Jakob in Gersthofen, St. Jakob in Friedberg und von der Erlöserkirche in Göggingen zum Empfang der Pilger im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses. Von dort geht es in die Jakober Vorstadt, wo um 12.00 Uhr das Marktwochenende eröffnet wird, bei dem die Jakoberstraße für den Autoverkehr gesperrt ist. Ein Höhepunkt dieser Festmeile stellt der Jakobuslauf dar. Mit den täglichen Ökumenischen Gottesdiensten um 19.00 Uhr in St. Jakob soll die spirituelle Ausrichtung des Pilgerfestes zum Ausdruck kommen. Vorträge und Konzerte laden zur kulturellen Wissenserweiterung ein. Der Festzeltbetrieb lässt die Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Mit der ökumenischen Jakobuswallfahrt am 2. Samstag nach Hinterschellenbach wird deutlich, dass auch Augsburg nur eine Station auf dem Jakobusweg darstellt.
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